Drachenboot

Ein tolles Fest und jede Menge Gaudi

aus: Deggendorfer Zeitung vom 09.07.2018

Die Donauroas war gestern bei strahlender Sonne gut besucht – Lustiges Drachenboot- und Entenrennen

Katrin Schreiber

Deggendorf. Was für ein Fest! Die Sonne strahlte vom blau-weißen Himmel, Fisch, Weißbier, Kaffee und Kuchen schmeckten am Donauufer doppelt gut, der Kreisjugendring musste in seinem Kinderland hüpfburgtechnisch noch aufrüsten und auch die Laune der Erwachsenen war so richtig gut. Die diesjährige Schirmherrin der Donauroas, Michaela Sibler, hatte also schonmal alles richtig gemacht. „Der Sonntagnachmittag in Deggendorf ist lustig wie lange nicht“, alberte auch Moderator Florian Mittermeier, der die Donauroas gestern am Mikro begleitete – und die lockeren Sprüche des DZ-Redakteurs trugen zusätzlich zur großen Gaudi bei. Geschickt ließ er auch Produktplatzierungen einfließen – etwa für die kulinarischen Angebote von Fisch Wagner und der Wolferstetter Brauerei, für die Veranstaltungstechnik von Clemens Jocham, aber auch für die Wasserwacht, die das Drachenbootrennen im Namen des Rudervereins absicherte, oder die Feuerwehr, die das anschließende Entenrennen der Lions mit ihren Ölabscheidern möglich machte.

Im spannenden Finale des Drachenbootrennens siegte die eher unmusikalische Haslbeck Blosn mit Bade-„Leserhosen“ und alten Instrumenten bestückt gegen die Duck Tales, eine bunt gemischte Studententruppe. Den dritten Platz holte sich das Team Semperit vor Ruderzucker von Südzucker. Insgesamt 323 erschöpfte Drachenboot-Paddler und Trommler aus 19 Teams konnten am Abend im Festzelt beim Ruderhaus auf einen gelungenen Renn-Tag anstoßen. Mächtig ins Zeug gelegt haben sie sich alle – denn anstrengend ist es schon, die 300 Meter lange Strecke mehrfach hinauf- und dann als Rennlauf wieder hinunterzupaddeln. Und das in Kostümen – als Minions, als Drachen, als „17 Flaschen in einem Boot“, als Panzerknacker oder karibische Piraten traten die Teams aus Firmen, Schulen und Vereinen an. Mit dabei waren unter anderen auch Stadtrat Christian Heilmann im Baströckchen im Boot der Aloys-Fischer-Schule, MdB Rita Hagl-Kehl und Kollege Florian Pronold im SPD-Boot, Kultusminister Bernd Sibler mit Stadtrat und KJR-Geschäftsführer Martin Hohenberger sowie Stadtrat Alexander Fürter bei den Lions – und eine Reihe weiterer bekannter Gesichter.

Einige Teams traten heuer zum ersten Mal an, dennoch sind 19 Mannschaften eine Handvoll weniger als die letzten Male – zum Beispiel die mehrfachen Kostüm- und Rennsieger von der Bahnhof-Apotheke (die bei der Siegerehrung den Kostümpreis an die Gru Crew überreichten), die CSU oder die Stadtverwaltung suchte man gestern vergebens. Auch der Ruderverein selbst musste diesmal passen – die Mitglieder hatten mit dem Fest und dem Rennen ohnehin alle Hände voll zu tun. Vorsitzender Karl Hauser sieht die größte Herausforderung in der Mannschaftsstärke von 16 Paddlern plus einem Trommler pro Boot – da wolle man beim nächsten Mal nachjustieren. Kleinere Mannschaften kann man besser zusammenbekommen.

Alle zwei Jahre treten die vom Ruderverein organisierten Drachenboote und die Enten im Namen der Lions bei der Donauroas an – heuer zum vierten Mal. Dabei hatte das Team um die Organisatoren Franz Knon und Karl Hauser erstmals versucht, auch den Samstag als Strandparty-Tag einzubinden. Nachdem die Paddler ihre Trainingsläufe absolviert hatten, lud das Festzelt auf der Rudervereins-Wiese mit den jungen Musikern der Musikschule Bienek, den Donaudamen und einer Bauchtanz-Aufführung ein, die bei bei den Zuschauern super ankamen. Zumindest bei denen, die da waren – denn voll war das Zelt am Samstagabend nicht. Die meisten hatten den Besuch der Donauroas wohl für den Sonntag eingeplant. Auch diese Erfahrung nehmen die Organisatoren fürs nächste Mal mit.

Quietscheenten dagegen „hätten wir noch tausende mehr verkaufen können“, stellte Franz Knon fest. Dabei waren heuer ohnehin schon 6500 Enten und damit noch 500 mehr als bisher im Rennen. Der Verkauf spült viel Geld für den guten Zweck in die Kasse des Lions-Hilfswerks unter Vorsitzendem Hans Würf. Heuer geht der Erlös an den Kreisjugendring für das neue Haus der Jugend im Lunapark Plattling, so der Beschluss von Würf, Lions-Präsident Dr. Wolfgang Schuster und ihren Vorstandsteams.

Schrecksekunde beim Einsammeln der schnellen Schwimmer: Samt Notar, Feuerwehrleuten und Rudervereins-Helfern waren so viele Leute auf dem Steg, dass der aufgab und ins Wasser knickte. Verletzt wurde zum Glück niemand, und die Helfer sammelten knietief in der Donau stehend tapfer weiter die Enten ein. Minister Bernd Sibler kümmerte sich auf der anderen Seite des Stegs um die Rennenten, die aus dem Ölabscheider entwischt waren. Seine Frau, Schirmherrin Michaela Sibler, war ebenfalls mit auf dem trockenen Teil des Stegs – und bekam später Hilfe zwar nicht vom Minister, aber von einem Feuerwehrmann, der sie durchs Wasser ans rettende Ufer trug.

Die Nummer der Siegerenten können so bald wie möglich unter www.entenrennen-deggendorf.de nachgelesen werden.